Wir wollen unsere Stadt für Jung und Alt,
für Bürgerinnen und Bürger,
für Freunde und Gäste
zukunftsorientiert gestalten

Ein Schwimmbad für Heiligenhafen???

 Heiligenhafens Bürger*innen haben mit einem Bürgerbegehren am 14. Februar 2021 die finanziell und baulich miteinander verknüpften Bauvorhaben

„Touristisch geprägtes Erlebnisbad mit Schwimmbad auf dem Steinwarder“, „Familienhotel“ und „Parkpalette“ gestoppt.

47% der Wahlberechtigten haben an der Abstimmung teilgenommen, 65% davon haben sich gegen den Bau ausgesprochen.

Daraus sind folgende Tatsachen entstanden: - Der für Heiligenhafen wichtigste Baustein, das Schwimmbad, ist von dem Zeitpunkt an nicht mehr realisierbar. -

Die hier zugesagten 90% Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein lassen sich nicht auf andere Ideen für Schwimmbäder übertragen.

Die Machbarkeitsstudie und die Finanzierung des Vorhabens wurden durch das Wirtschaftsministerium und die Investitionsbank SchleswigHolstein (IB-SH) geprüft

und für förderfähig erachtet, sodass jeglicher finanzieller Einwand gegen das Vorhaben entkräftet werden konnte;

dieses gilt auch für den jährlichen Betriebskostenzuschuss für das Bad durch den Hotelbetreiber.

Eine Exklusivnutzung für Hotelgäste hätte die Förderfähigkeit ausgeschlossen, sodass auch das Argument „das Schwimmbad sei nur für Tourist*innen“ nichtig war.

Eine „Interkommunale Schwimmhalle“ gemeinsam mit den Nachbargemeinden ist ohne ein funktionierendes Hotel direkt daneben nicht wirtschaftlich und wird von den politischen Vertreter*innen aller Gemeinden als nicht umsetzbar eingeschätzt.

- Die bislang aufgewendeten Mittel für Planungsleistungen und Gutachten in Höhe von ca. 800.000 Euro sind aufgrund der nicht-Fertigstellung des Projekts auch nicht förderfähig und belasten somit in voller Höhe den städtischen Haushalt.

- Der Sauna- und Schwimmbereich im Aktiv-Hus muss nun saniert werden, im Falle eines Neubaus auf dem Steinwarder hätte man hier eine andere Nutzung etabliert z. B. Hostel, Kurpraxis, weitere Konzepte brauchten nach dem 14. Februar nicht mehr erarbeitet bzw. verfolgt werden.

- da das Grundstück, auf dem das Hotel vorgesehen war, nun nicht mehr verkauft werden kann, ist es auch keine 1,2 Millionen Euro mehr wert und belastet somit das Vermögen der städtischen Tochtergesellschaft.

Am Ende bleibt die Frage, warum die politischen Parteien sich überhaupt für das Vorhaben eingesetzt haben, wenn sich am Ende die Bevölkerung so stark gegen das Projekt ausspricht.

In den Jahren 2008-2011 wurde der „touristische Masterplan“ ausgearbeitet, im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und dann einstimmig durch die Stadtvertretung in einer öffentlichen Sitzung beschlossen. Dieser beinhaltete neben der Seebrücke, den zwei angrenzenden Hotels und den Ferienhäusern des Strand Resorts auch die sogenannte Potenzialfläche, auf der noch nichts geplant war, jedoch stand schon vor dem Bürgerbegehren fest, dass diese Fläche nach Abschluss der Projekte an der Seebrückenpromenade bebaut werden sollte.

Aus der Bevölkerung kam kein Widerspruch gegen den Masterplan. Jede Stufe der Flächennutzungsplanänderung wurde auf öffentlichen Sitzungen der Stadtvertretung besprochen.

Auch im weiteren Verlauf gab es keine Einwände. Im Frühjahr 2018 gab es eine Einwohnerbefragung zum Thema Tourismus an der erfreulicherweise mehr Einwohner*innen teilnahmen, als eigentlich vorgesehen war.

Im Herbst 2018 wurde das Ergebnis der Befragung im Rahmen einer Einwohnerversammlung im Pavillon am Binnensee vorgestellt, Zitat Lübecker Nachrichten: („...Mehrheit für Hotel mit Schwimmbad - Um die Akzeptanz für den Tourismus zu erhalten und zu fördern, sei es bei der Umsetzung von Projekten sinnvoll, auf die Sozial- und Umweltverträglichkeit zu achten, bestätigt die Forscherin vom NIT.

Hotelneubauten hätten das Ortsbild stark verändert und würden nicht nur auf Begeisterung stoßen, bei einigen sogar auf Ablehnung.

Allerdings sind auch 62 Prozent für ein Hotel mit Schwimmbad....“) In dem BfH-Wahlprogramm zur Kommunalwahl im Mai 2018 hat sich die BfH ganz klar für ein Schwimmbad in Heiligenhafen ausgesprochen, allerdings nur, wenn dieses die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht überschreitet.

Schon zu dem Zeitpunkt war klar, dass es ein Schwimmbad nur zusammen mit einem Hotel geben kann. Auch ein Standort stand schon fest: die Potenzialfläche. „Trotz“ dieser Aussage im Wahlprogramm hat die BfH ein gutes Wahlergebnis erzielt und ist so mit 20% in die Stadtvertretung gewählt worden.

Wir konnten nicht davon ausgehen, dass sich der Wille der Bürger*innen innerhalb von 18 Monaten von „62% für ein Bad mit Hotel“ in „65% gegen eine Bebauung auf dem Steinwarder“ wandelt.

zurück